Verfasst am: 04.11.2013

Von:  Martin Metzenbauer

Drei neue auf der Palme

Im heurigen Jahr haben auf der "Palm Jumeirah" drei neue Fünf-Sterne-Hotels eröffnet. Upper Deck Travel hat sie sich vor Ort angesehen.

Palm Jumeirah (Foto: Sofitel)

Die Palm Jumeirah bietet mittlerweile eine erquickliche Anzahl an ausgezeichneten Hotels (Fotos: Anantara, Sofitel, Martin Metzenbauer).

Wen es im Urlaub auf die Palme treibt – gemeint ist natürlich die künstlich aufgeschüttete Insellandschaft vor Dubai – hat die Qual der Wahl zwischen einer mittlerweile recht erquicklichen Anzahl an Fünf-Sterne-Hotels: One&Only oder Kempinski sind nur zwei der Ketten, die hier ihre Zelte aufgeschlagen haben. Und natürlich das riesige "Atlantis" nicht zu vergessen, das im Jahr 2009 seine Pforten geöffnet hat.

Der Hotelboom auf der "Palm Jumeirah" (zwei weitere Palmen sind ja in Planung bzw. in Bau) ist damit allerdings noch lange nicht vorbei. Sowohl auf dem Stamm als auch auf dem Crescent, dem äußeren Wellenbrecher, sind noch einige Baulücken frei. Und in den letzten Monaten wurden wieder einige Häuser neu eröffnet. Upper Deck Travel war vor Ort und hat sich drei davon angesehen. 

Fairmont The Palm

Die meisten neuen Hotels werden im Außenbereich der Palme, dem "Crescent" geplant und gebaut. Als bisher einziges Resort hat vor ein paar Monaten das "Fairmont The Palm" am Stamm der Palme eröffnet - Upper Deck Travel berichtete. Diese Lage hat den Vorteil, dass man deutlich schneller "on the scene" als vom äußeren Palmenring ist, wenn man beispielsweise die großen Malls besuchen möchte. Und wer grandiose Ausblicke liebt, der wird hier durch den beeindruckenden Blick auf die Dubai Marina wohl zufriedengestellt. Der kleine Nachteil dieser Lage ist vielleicht, dass man eigentlich nicht auf das offene Meer sieht und dass man auch die "Action" der Stadt etwas näher mitbekommt als von weiter außen. So sieht und hört man diverse Boote oder auch die Flugzeuge des nahen "Skydive"-Flugplatzes.

Fairmont Dubai The Palm (Foto: Martin Metzenbauer)

In Dubai stehen viele beeindruckende Bauwerke - das "Fairmont" ist eines davon.

Das Hotel selbst ist mit 381 Zimmern und Suiten nicht gerade klein, trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass das Haus der kanadischen Kette überlaufen wirkt. Der Strand davor ist fast einen halben Kilometer lang und bietet damit genug Platz für sehr viele Gäste. Und auch die riesige Eingangshalle vermag keine Engegefühle aufkommen zu lassen. 

Das Hotel selbst wurde in einem arabisch-westlichen Stilmix gestaltet. Viel Stein mit Ornamenten, viel Holz und überhaupt viel Pomp. Die Zimmer sind ausreichend groß und geschmackvoll, wenn auch nicht extrem spannend eingerichtet.  Wer es gerne exklusiver haben möchte, für den gibt es Suiten unterschiedlicher Kategorien. Achten sollte man jedenfalls darauf, dass man ein Zimmer mit "Marina View" bekommt – die Rückseite des Hotels wartet mit wenig attraktiven Ausblicken auf Appartment-Blöcke auf.

Fairmont Dubai The Palm (Foto: Martin Metzenbauer)

Ein Deluxe-Zimmer im Fairmont.

Wie es bei großen Ketten üblich ist, gibt es auch bei Fairmont einen aufgewerteten Bereich, der auf den Namen „Fairmont Gold“ hört. Dabei gibt es eine eigene Lounge, Butler Service und noch ein paar Goodies mehr. Auch W-LAN ist dabei inkludiert – "normale" Gäste müssen dafür rund 20 Euro pro Tag bezahlen, was für ein Hotel dieser Kategorie (samt gehobenen Zimmerpreisen) fragwürdig ist. Dies kann man allerdings umgehen, indem man kostenlos Mitglied des "Fairmont President Club" wird und damit ebenfalls einen "complimentary" Internetzugang erhält.

Fairmont Dubai The Palm (Foto: Martin Metzenbauer)

Pool, Strand und das Binnenmeer der Palme - und das ganze (in für Dubai-Verhältnisse) kurzer Fahrdistanz zu Dubai Marina und den größten Einkaufszentren.

Kulinarisch gibt es im "Fairmont" ein Buffetrestaurant namens "Floating Kitchen", in dem das Frühstück und – für Halbpensionsgäste – auch das Mittag- oder Abendessen angerichtet wird. Das "Seagrill on 25°" bietet Grillspezialitäten, das "Frevo" Südamerikanisches. Einige Bars und Lounges runden das Angebot ab. Neben dem kulinarischen Teil kann man auch dem Körper Gutes tun: Ein Fitnesscenter sowie ein "Willow Stream Spa" findet man im "Fairmont" ebenfalls.

Anantara Dubai The Palm Resort & Spa 

Einen etwas dezenteren Stil als im "Fairmont" findet man um gerade erst eröffneten Haus der thailändischen Gruppe Anantara. Sie hat ein bereits seit mehreren Jahren im Rohbau stehendes, aber dann aufgrund der Wirtschaftskrise nicht eröffnetes, Hotelprojekt übernommen und fertig gestellt. Dieses Resort befindet sich am östlichen Zipfel des Crescent, rund 20 Taximinuten von Dubai Marina entfernt. Die etwas abgeschiedene Lage wird aber durch einige Besonderheiten, die das "Anantara Dubai The Palm Resort & Spa" bietet, wieder wettgemacht.

Anantara Dubai The Palm (Foto: Anantara)

Die Lagoon View (Erdgeschoß) und Lagoon Access (erster Stock) Zimmer finden sich an den Lagunenpools.

So befinden sich die insgesamt 293 Zimmer, die in Villen oder Clusters zusammengefasst sind, allesamt in unmittelbarer Nähe des Wassers. Dabei haben die "Lagoon Access"-Zimmer sogar direkten Zugang zu einer – wie der Name schon sagt – künstlichen Lagune. Highlight – und derzeit noch Unikat in Dubai – sind die Overwater-Villen, die Reminiszenzen an die Malediven erkennen lassen.

Insgesamt gibt es 18 dieser mehr als 100 Quadratmeter großen Villen, die vor allem für Gäste gedacht sind, die Privacy, Romantik oder beides schätzen. Ein Candlelight-Dinner auf der eigenen Terrasse oder ein feines Bad in einer Oversize-Wanne mit Blick auf die "Palm" sind Dinge, mit denen man sich hier den Tag vertreiben kann. Falls es langweilig wird, kann man in manchen dieser Overwater-Villen mittels Glasboden auch den Fischen zusehen. Kleines Manko, an dem aber laut einer Anantara-Sprecherin gearbeitet wird: Die Villen haben keinen direkten Zugang zum Wasser.

Anantara Dubai The Palm (Foto: Anantara)

Etwas für romantisch veranlagte Menschen: Die Overwater-Bungalows im Anantara.

Neben den Overwater-Villen bieten auch die 15 Beach Pool Villas, die in zwei Größen errichtet wurden, bieten Luxus und Privatsphäre. Dazu gibt es noch jeweils einen eigenen Infinity Pool und direkten Strandzugang.

Im Resort findet man eine Menge asiatischer und thailändischer Stilelemente, aber auch die arabische Welt kommt nicht zu kurz. So gibt es einen eigenen, zahmen Hausfalken. Aus Thailand hingegen kommen die Tuk-Tuks, welche als Transportmittel innerhalb der Anlage dienen. Glücklicherweise werden sie von Strom angetrieben und fallen daher weder durch Lärm noch durch Gestank unangenehm auf. Ein weiteres witziges asiatisches Element stellen kleine Boote dar, die durch die Lagunen fahren und den Gästen Erfrischungen vorbeibringen.

Anantara Dubai The Palm (Foto: Anantara)

Einige der Overwater Villen besitzen auch Glasböden, von denen aus man das Wasser und seine Bewohner beobachten kann.

Kulinarisch gibt es ein großes Hauptrestaurant namens "Crescendo". Intimer geht es im "Mekong" zu, das in einem sehr interessanten asiatischen Stilmix eingerichtet wurde. Daneben können die Gäste diverse Bars und Lounges aufsuchen, ab Frühjahr 2014 auch ein australisches Pub. Ebenfalls in näherer Zukunft wird auch der Spa-Bereich öffnen. W-LAN ist für Gäste inkludiert.

Sofitel Dubai The Palm Resort & Spa

Thematisch bewegt sich das benachbarte "Sofitel Dubai The Palm Resort & Spa" noch etwas weiter weg: Polynesien ist hier angesagt – und das mit einem überall erkennbaren französischen Touch. So gut wie überall findet man hier Stilelemente aus der Südsee – angefangen von der Farbgebung über Intarsien, die an Tattoos erinnern bis hin zu Kunstwerken.  Bereits in der Eingangshalle kann man diese Atmosphäre geradewegs einatmen.

Sofitel Dubai Palm (Foto: Sofitel)

Die Eingangshalle des "Sofitel": Wie in vielen Bereichen des Resorts findet man auch hier polynesische Anklänge.

Mit 391 Zimmern ist dieses Hotel deutlich größer als das "Anantara". Es besteht aus zwei Flügeln, in denen die Zimmer und Suiten untergebracht und einer Reihe von Beach Villen, die ebenfalls über eigene Pools verfügen. Die Zimmer sind allesamt mit dunklem Holz ausgestattet, das durch interessante Designelemente – teilweise beispielsweise freistehende Badewannen – und lebendige Farben von grün bis violett ergänzt wird. Sympathisch im "Sofitel": W-LAN ist für Gäste im Hotel vorhanden – und kostenlos.

Junior Suite mit viel dunklem Holz und frischen Farben.

Was dieses Hotel jedenfalls von vielen Mitbewerbern abgrenzt, ist wohl die kulinarische Vielfalt. Nicht weniger als acht Restaurants bietet das Haus – den Franzosen und ihrer Liebe zum Essen sei es gedankt. Neben dem Hauptrestaurant "Manava" gibt es beispielsweise das "Studio du Chef", wo den Köchen direkt in der Küche bei ihrem Werk zugesehen werden kann – samt Live-Übertragung in den normalen Essbereich. Das "Moana" bietet Fisch- und Sushi, das „Hong Loong“ authentische chinesische Kulinarik. Freunde von guten Steaks werden wohl im "Porterhouse" und Liebhaber italienischer Küche im "Bottega" glücklich werden.

Sofitel Dubai Palm (Foto: Sofitel)

Beach Villa mit eigenem Pool.

Abgesehen von der kulinarischen Kunst, sind viele der Restaurants auch ganz speziell eingerichtet. Das „Studio“ besticht mit einem sehr hellen Design, das „Moana“ mit einem sehr offenen Ambiente. Apropos Design: Hier kann dieses Hotel mit einer echten Besonderheit aufwarten: Wenn man von der Eingangshalle in die Richtung der Zimmerflügel geht, wird man von großflächigen "Vertical Gardens" begleitet. Die Pflanzen dort werden durch ein spezielles Beleuchtungs- und Bewässerungssystem am Leben gehalten. Gestaltet hat diesen Garten Patrick Blanc, der schon Hotels wie das "Icon" in Hong Kong ausgestattet hat.

Ein weiteres Highlight ist hier der Spa-Bereich namens "So SPA". Dieser bietet in 28 Behandlungsräumen wohl alles, was das Herz begehren könnte.

Fazit

Die drei neuen Hotels auf der Palme bieten allesamt die Zutaten, die man für einen entspannten Luxusurlaub in Dubai benötigt. Die Beantwortung der Frage, welches dieser Häuser man für seinen Aufenthalt auswählt, ist wohl eine der persönlichen Vorlieben und Nuancen. Wer gerne shoppen geht, wird vielleicht im stadtnäheren "Fairmont" glücklich werden. Wer zweisame, romantische Stunden verbringen möchte, für den ist eine der Over-Water-Villen im "Anantara" gemacht. Und wer gerne kulinarisch verwöhnt wird, für den wird eventuell das "Sofitel" die richtige Wahl sein.


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