Verfasst am: 12.08.2013

Von:  Martin Metzenbauer

Slowenische Riviera: In der Kürze liegt die Würze

Slowenien bietet viel - auch einen kleinen, aber feinen Küstenabschnitt mit vielen Highlights.

Die schöne slowenische Adriaküste (Fotos: Martin Metzenbauer).

Slowenien ist ein kleines, aber doch äußerst vielfältiges Land. Wenn man von der Steiermark aus in Richtung Süden fährt, kommt man zuerst in eine hügelige, sehr grüne Gegend. Diese wird von der steinigen Karstregion abgelöst. Schließlich fährt man durch zwei Tunnels und kommt auf der anderen Seite in einer ganz anderen Welt an - in einer mediterranen Landschaft mit sanften Hügeln, Zypressen und der tiefblauen Adria im Hintergrund.

Gerade einmal 46,6 Kilometer ist die slowenische Riviera lang, oder besser gesagt kurz. Sie erstreckt sich am nördlichen Teil Istriens von Italien bis Kroatien. Anders als die beiden Nachbarn wird Slowenien mit dem kürzesten Adriaabschnitt aller Anrainerstaaten kaum mit dem Thema Meer assoziiert. Dass der Ausdruck "klein aber oho" in diesem Fall durchaus stimmt, zeigte eine Upper-Deck-Travel-Visite in der Region. Neben dem Meer gibt es hier nämlich noch viel mehr...

Die slowenische Adriaküste ist nicht gerade lang. Einen Besuch ist sie aber allemal wert.

Ein großer Vorteil von Slowenien als Ziel mediterraner Ausflugstätigkeit ist, dass es deutlich leichter und schneller zu erreichen ist als der bekanntere Nachbar Kroatien. Von Wien oder München nach Portorož etwa sind es gerade einmal fünf Stunden, die mit dem Auto zurückzulegen sind. Auch ist das Autobahnnetz exzellent ausgebaut. Alternativen mit Bahn oder Flugzeug sind ebenfalls - wenn auch in der Regel nicht gerade als Tür-zu-Tür-Service - möglich.

Als Basis bieten sich die Orte Koper, Piran, Izola oder eben Portorož an. Die übrigens auch Capodistria, Pirano, Isola und Portorose genannt werden. Die slowenische Adriaküste ist zwar nicht (mehr) italienisch. Die Sprache der Nachbarn wird aber immer noch offiziell verwendet - daher fühlen sich italophile wohl auch gleich wie zuhause.

Die slowenische Adria: So nah, so schön...

Italien - oder besser gesagt Venedig - hat der Gegend nicht nur sprachlich einen Stempel aufgedrückt. Gerade die romantischen Ortszentren der vier bekanntesten Städtchen an der slowenischen Adria lassen die Handschrift der Venezianer gut wiedererkennen. Koper, der nördlichste der vier Orte lässt seinen speziellen Charme allerdings erst auf den zweiten Blick erkennen. Wenn man sich der Stadt nähert, fallen einem zuerst einmal große Hafenanlagen auf. Gut, die gibt es in Venedig auch. Wenn man aber nach Passieren eines Konvuluts aus Einkaufszentren und Büroparks das Innere der Stadt erreicht hat, erkennt man den Anmut der Stadt, die im alten Griechenland als Aegida und unter den Römern als Capris bekannt war.

Viele kleine Straßen und Plätze machen den Charme Kopers aus. Am zentralen Stadtplatz findet sich die größte Kathedrale Sloweniens. Ebenfalls sehenswert ist der 800 Jahre alte Prätorenpalast. In Slowenien ist Koper auch für sein Nachtleben und die reichhaltige Eventszene bekannt. So werden hier immer wieder Film- und Musikfestivals organisiert.

 

Prätorenpalast in Koper: Erbaut im 13. Jahrhundert.

Fährt man von Koper auf der Küstenstraße Richtung Süden, kommt man zum Städtchen Izola. Früher ein Fischerdorf, ist die ehemalige Insel nunmehr ein lebhaftes touristisches Zentrum. Ähnlich wie der Nachbar Koper findet sich auch hier ein alter Stadtkern mit kleinen Gässchen. Angrenzend wurde eine große Marina mit Platz für mehr als 600 Boote errichtet.

Noch weiter südlich folgt eines der bekanntesten Highlights Sloweniens überhaupt. Das kleine Städtchen Piran liegt harmonisch an einer hügeligen Landzunge und gilt als Anlaufpunkt für Mittelmeerromantiker schlechthin. Rund um den Ortskern mit seiner stolz auf einem Hügel thronenden Georgs-Kathedrale trifft die Adria an den Kai der Promenade. Ein Fischrestaurant neben dem anderen - viele freilich touristisch angehaucht - ergänzt die Kulisse mit den entsprechenden kulinarischen Gerüchen.

Piran gilt als eine der schönsten Adria-Städte.

Komplett anders stellt sich das vierte Städtchen im Bunde dar: Portorož ist seit der österreichischen Monarchie (klarerweise war der Landstrich auch einmal unter Habsburger-Herrschaft) ein mehr oder weniger mondäner Urlaubsort. Ein malerisches Zentrum wie in Koper, Izola und Piran sucht man hier vergeblich. Dafür hat Portorož einen Sandstrand (wenn auch nur einen aufgeschütteten) und viele Hotels.

Portorož mit Strand und Promenade.

Jahre nach dem Ende des Kommunismus findet man in der Region zwar noch immer einige Hotel-Bausünden. Mittlerweile gibt es aber auch viele größere und vor allem kleinere Häuser, die auch anspruchsvollen Reisenden gerecht werden sollten. In Piran beispielsweise feierte das Hotel "Piran" kürzlich seinen 100. Geburtstag und schenkte sich selbst eine Renovierung. Buchen sollte man hier auf jeden Fall Meerseite, Highlight ist die Präsidentensuite.

Hotel Piran mit toller Lage direkt am Meer.

Der absolute Höhepunkt hoteltechnischer Natur ist aber vermutlich das exklusive "Kempinski Palace Portorož", das wir bereits in einem eigenen Bericht vorgestellt haben. Als klassisches Grandhotel mit modernem Touch bietet es die hohen Standards der weltbekannten Luxus-Hotelkette aus Deutschland.

In einem alten Park gelegen, strahlt das Haus noch immer die Grandezza vergangener Kurort-Tage aus. Nach einer umfassenden Renovierung und einem modernen - aber geschmacklich gelungenen - Zubau vor ein paar Jahren bietet es besten Komfort.

Das "Kempinksi Palace Portorož".

Kulinarisch den Überblick zu gewinnen, ist schwierig. Neben den üblichen Touristenfallen gibt es viele Tavernen und Restaurants, die sehr gute Qualität bieten. Von Einheimischen empfohlen wurde uns beispielsweise das gemütlicher Fischrestaurant "Ribja Kantina" in Portorož oder das exklusive "Hisa Torkle" im hügeligen Hinterland. Gourmetküche bietet auch das Kempinski-Hotelrestaurant "Sophia".

Besonders charmant empfanden wir hingegen einfachste und leckere Fischküche auf einem kleinen Boot in Portorož, das am Ende des Kais vor Anker liegt. Wer die etwas rustikalere Gemütlichkeit mag und wen Plastikteller und Pappbecher nicht stören, ist dort gut aufgehoben.

Die Region ist übrigens auch produktseitig für eine Reihe von Spezialitäten popülär. So werden in der Umgebung Oliven und Wein angebaut. Die benachbarte Karst-Region ist für ihren sehr trockenen Schinken berühmt, der dreizehn Monate reifen muss. Aber auch für die delikaten Trüffeln ist Istrien berühmt.

Daneben gibt es noch ein paar weniger bekannte Spezialitäten. Eine davon ist der Branzino, der nach ökologischen Kriterien von der Familie Fonda gezüchtet wird. Jeder Fisch erhält nach dem Fang eine Marke mit Herkunft und Fangdatum.

Die faszinierenden Salinen von Sečovlje.

Natürlich fährt man in der Regel ans Mittelmeer, um relaxed das mediterrane Leben zu genießen und sich vom Alltagstrubel zu entsprannen. Trotzdem sollte man sich auch in der Umgebung umschauen, denn hier gibt es jede Menge zu sehen. Direkt anschließend an Portorož befinden sich beispielsweise die Salinen von Sečovlje. Dabei handelt es sich um eine uralte Anlage zur Meersalzgewinnung, die noch immer betrieben wird. Da die Gegend auch ein Paradies für Vögel darstellt, wurde dort ein Naturschutzgebiet errichtet. Bei den Salinen gibt es einen hübschen, kleinen Shop, in dem diverse Salzarten - einschließlich eines delikaten Fleur de Sel - gekauft werden können.

Etwas ins Landesinnere fährt man, um in der Karstregion faszinierende Höhlenlandschaften zu bewundern. Da gibt es die Höhlen von Postojna und von Škocjan, die wohl jeden Besucher in ihren Bann ziehen. Letztere bieten beispielsweise einen mehr als hundert Meter hohen unterirdischen Canyon durch den in der Tiefe ein reißender Fluss rauscht. Ein imposantes Schauspiel erster Güte!

Die Karstregion bietet imposante Landschaften und faszinierende Höhlen.

Wer etwas weiter wegfahren möchte, kann auch die italienische Hafenstadt Triest besuchen oder per Schiff Venedig einen Besuch abstatten. Die Fahrt in die Lagunenstadt dauert mittels Fähre weniger als drei Stunden. Aber auch die sehr schöne slowenische Hauptstadt Ljubljana ist nach einer knapp eineinhalbstündigen Autofahrt zu erreichen.

Fazit
Die slowenische Riviera ist ein mehr als lohnendes Ziel für einen Kurztrip, aber natürlich auch für einen längeren Urlaub. Abgesehen von der Möglichkeit, wunderbar am Meer zu relaxen, kann man in der Umgebung eine Reihe reizvoller Städtchen und andere Ausflugsziele besuchen.

Die Gegend zu lieben - frei nach dem touristischen Motto "I feel SLOVEnia" wird einem jedenfalls nicht schwer gemacht...


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