Verfasst am: 21.07.2013

Von:  Martin Metzenbauer

Die (vielleicht) besten Hotels der Welt

"Travel+Leisure" überrascht auch heuer wieder mit dem "World's Best"-Ranking.

Fotos: Castello di Casole, Four Seasons, Mombo Camp, Nayara, Singita

"Mombo Camp" heißt der Gewinner des heurigen Rankings der "World's Best Hotels", die das anerkannte "Travel+Leisure"-Magazin alljährlich vergibt. Überraschend, dass ein so kleines und bislang nur Insidern bekanntes Etablissement, in dem nicht einmal zwei Dutzend Reisende untergebracht werden können, im tiefsten Botswana die etablierten Kollegen von Ritz-Carlton bis Oberoi auf die Plätze verweist.

Dabei stellen das "Mombo Camp" und der kleinere Ableger "Little Mombo" nicht einmal ein "richtiges" Hotel dar. Als Zimmer dienen nämlich insgesamt zwölf Zelte - freilich von der luxuriöseren Sorte. Der Grund, warum man dorthin fährt, liegt aber in erster Linie auch in der Natur rundherum. Mitten im Okawango-Delta gelegen, stößt man hier auf fast alles, was im "African Wildlife" Rang und Namen hat. Von Löwen und Elefanten, Zebras und Nashörnern bis hin zu Leoparden und Geparden spannt sich der Bogen.

Damit man sich von den Safaris erholen kann, bietet das Camp eine Ausstattung vom Feinsten. Die beiden Architekten wurden damit beauftragt, "elegant, zurückhaltend, dezent, kolonial, real, zeitlos und nachhaltig" zu bauen. Das dürfte gut gelungen sein, wenn man den Reviews auf den einschlägigen Portalen Glauben schenken darf.

Die Zelte selbst stehen auf Podesten und sind durch erhabene, hölzerne Wege miteinander verbunden. Jedes "Zimmer" verfügt über einen eigenen, großen Balkon von dem aus man die Landschaft genießen kann. Im Inneren laden ein Lounge-Bereich sowie ein überdimensioniertes Bett zum Verweilen ein. Im Bad finden sich eine Dusche und eine Toilette - nicht ganz selbstverständlich in einem Zelt - mit Spülung. Wer nahe der Wildnis oder unter den Sternen duschen will, kann dies in einer eigenen "Outside Shower" tun.

Für das leibliche und soziale Wohl sorgen ein Restaurant, in dem bereits Gerichte wie "Thunfisch Carpaccio" und "Chili Calamari" serviert wurden - nicht ganz authentisch für die Gegend, aber wohl sicherlich ein kulinarisches Erlebnis.

Video: YouTube

Auf Platz 2 des aktuellen Rankings hat es ein etwas klassischeres Haus gebracht, das "Castello di Casole" in der Toskana. Erst im Vorjahr eröffnet, konnte das charmante Hotel mit nur 41 Suiten die Leser offenbar recht rasch von seinen Vorzügen überzeugen. Neu an dem Schloss ist freilich nur seine aktuelle Nutzung als Hotel - der Grundstein wurde bereits im 10. Jahrhundert gelegt. In der jüngeren Vergangenheit diente es dann als Zentrum einer weitläufigen Landwirtschaft mit 31 Farmen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Castello dann im Besitz von Luchino Visconti, bei dem die europäische und internationale Hautevolee des Films ein und aus ging. Noch heute erinnert die Bar "Visconti" an den berühmten Filmemacher.

Das "Castello di Casole" trumpft mit Geschichte, Natur und Luxus auf.

Für Platz 3 geht es wieder nach Afrika. Und auch wieder in die Wildnis. Die "Singita Lodges" im südafrikanischen Kruger National Park schafften es auch noch auf das Siegerpodest. Die Zutaten für den Erfolg sind ähnlich wie beim "Mombo Camp" - faszinierende Tierwelt gepaart mit außergewöhnlichem Luxus.

Statt Zelten findet man in den beiden Singita Lodges im weltbekannten südafrikanischen Nationalpark allerdings "feste" Häuser mit einer Mischung aus traditionellem afrikanischen und zeitgenössischen Design. Insgesamt nur 21 Suiten stellen sicher, dass das Reisevergnügen ein exklusives bleibt.

Die "Lebombo Lodge" ist eine der beiden Singita-Lodges im Kruger Park. 

Von Südafrika nach Mittelamerika: Platz 4 der aktuellen T+L-Bestenliste führt nach Costa Rica, genauer gesagt ins "Nayara Hotel, Spa & Gardens" unweit des eindrucksvollen Vulkans Arenal. Inmitten des Regenwaldes laden fünfzig "Casitas" zum Relaxen ein - jeder dieser Bungalows verfügt über einen eigenen kleinen Garten, in dem sich ein Jacuzzi befindet. Romantische Stunden zu zweit sind hier fast garantiert.

Kulinarisch bietet das "Altamira"-Restaurant lukullische Freuden und einen wunderbaren Vulkanblick, bei der Sushi-Bar "Amor" bewegt man sich - analog zum "Mombo Camp" wiederum etwas weg von den lokalen Gerichten. Immerhin serviert man hier die ursprünglich japanischen Spezialitäten mit "Latin Flair", was auch immer das bedeuten mag.

Am "Nayara" werden Honeymooner genauso wie Naturliebhaber Gefallen finden. In der Umgebung kann man natürlich den Vulkan besuchen, am Rio Celeste wandern oder eine rasante Abfahrt mit dem "Sky Trek", eine Art Einpersonenseilbahn über dem Dschungel, unternehmen.

Eine Casita Deluxe samt entspannter Bewohnerin im costa-ricanischen "Nayara".

Ein Vertreter einer großen und bekannten Hotelkette hat es aber doch noch unter die "Top 5" geschafft. Das "Four Seasons Resort" auf Bora Bora kommt wohl dem, was man sich unter einem Traumhotel auf einer Trauminsel vorstellt, recht nahe. Ein tropisches Paradies im Südpazifik, eingerahmt von einer malerischen Komposition aus türkisblauem Meer und einer Landschaft, kombiniert aus tropischer Vegetation mit schroffen Berghängen.

Wer im "Four Seasons" eincheckt, hat die Wahl zwischen Over-Water-Bungalows mit zumindest 100 Quadratmeter Größe und Villen am Strand die inklusive Außenbereiche bis zu 500 Quadratmeter groß sind. Das Resort bietet eine Reihe von Restaurants und Bars, alternativ kann man auch "In Bungalow" dinieren. Für die jüngeren Besucher wurde ein eigener Strandabschnitt eingerichtet, "Kids for All Seasons" kümmert sich um die Kinder ab fünf Jahren.

Over-Water-Bungalows im "Four Seasons" auf Bora Bora.

Auf den Plätzen 6 bis 10 der "Travel+Leisure"-Umfrage finden sich das "Lodge at Kauri Kliffs" auf Neuseeland, das "Ritz-Carlton" in Berlin, das "Oberoi Udaivilas" im indischen Udaipur, das "Sabi Sabi Private Game Reserve" und die beiden Lodges in "Singita Sabi Sand" im Kruger National Park.


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