Verfasst am: 17.03.2013

Von:  Martin Metzenbauer

Destination Ras al Khaimah

Das kleine Emirat bietet viele Attraktionen und eine Reihe exklusiver Hotels.

Fotos: Banyan Tree, Hilton Hotels & Resorts, Ras al Khaimah Tourism, Rotana.

Ras al Khaimah ist weder das größte oder bekannteste Emirat und ist auch weit davon entfernt, zu einer Boom Town wie Dubai oder Abu Dhabi zu werden. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - hat sich Ras al Kaimah in den letzten Jahren zu einem interessanten touristischen Spot entwickelt. Bereits jetzt findet man Resorts von "Banyan Tree", "Hilton" oder "Rotana". In den nächsten Monaten kommen weitere Häuser - beispielsweise ein "Waldorf-Astoria" dazu.

Ras al Khaimah grenzt auf einer Fläche von 1.684 Quadratkilometern als nördlichstes Emirat an den Oman. Insgesamt leben dort rund 260.000 Menschen hauptsächlich von Landwirtschaft, Handel und Tourismus.

Für Urlauber gibt das Emirat so einiges her: So kann man auf den 64 Kilometern Küstenlinie Schwimmen, Schnorcheln oder einfach nur Sonnenbaden. Angeln, Kajakfahren oder Segeln ist genauso möglich wie vor einer traumhaften Meer- und Bergkulisse Golf zu spielen. Für "Abenteurer" bieten sich rasante Wüstensafaris oder Flüge über Wüste, Meer und Sandstrände in einem Ultraleichtflugzeug an. In Wüstencamps können Urlauber das Leben der Beduinen erleben.

Die Falknerei ist Teil der arabischen Kultur und wird auch in Ras al Khaimah praktiziert.

Aber auch kulturinteressierte Reisende kommen in dem Emirat nicht zu kurz: In Ras Al Khaimah lässt sich beispielsweise die berühmte arabische Tradition der Falknerei erleben. Auch Kamel-Rennen zählen zum traditionellen Kulturerbe. Wellness-Urlauber können sich hingegen in den natürlichen Quellen Khatt Springs entspannen. Rheuma- und Hauterkrankungen sollen angeblich durch das mineralienreiche Wasser gelindert werden. Khatt Springs bietet zusätzlich auch ayurvedische Spa-Behandlungen mit Thermalwasser an.

Letztlich ist auch für Familien mit Kindern gesorgt. Das Highlight für die kleinen Gäste ist wohl der "Iceland Waterpark" mit der längsten Wasserrutsche der Welt. Vielerorts werden außerdem Reitstunden für Kinder und Erwachsene angeboten, unter anderem im "Ras al Khaimah Country Club". Shopping-Begeisterte haben die Wahl zwischen kleinen Läden, Souks und vier großen Shoppingmalls.

Aufstrebende Hotellerie

In Ras al Khaimah hat sich in den letzten Jahren eine interessante Hotellerie entwickelt. Federführend dabei war dabei "Banyan Tree", die zwei exklusive Resorts im Emirat betreibt. Das "Banyan Tree Ras Al Khaimah Beach" wurde 2010 an einer Landzunge errichtet. Die insgesamt nur 32 Beachfront Pool Villas nehmen thematisch Bezug an Beduinenzelten.

Jeweils 170 Quadratmeter Platz haben die Gäste pro Villa und dürfen sich neben Strandzugang (wobei der Meereszugang selbst mitunter bis zu 300 Meter emzfernt liegt) auch über einen Plunge Pool sowie eine eigene Cabana freuen. 2012 wurde das Resort bei den "World Luxury Hotel Awards" in der Kategorie der Strandhotels punkten.

Beachfront Pool Villa mit eigener Cabana im "Banyan Tree Ras al Khaimah Beach".

Wer seine Beach Villa verlassen möchte, kann sich im Spa und am Pool entspannen oder im Fitnesscenter sportlich betätigen. Wassersportarten wie Segeln, Tauchen, Wakeboarden oder Wasserskifahren stehen in der Umgebung zur Verfügung. Der 18-Loch-Golfplatz "Al Hamra Golf Club" befindet sich ebenfalls unweit des Hotels. Kulinarische Genüsse verspricht das hoteleigene, kleine Restaurant "Sands". Natürlich werden die Speisen auch direkt in der Villa serviert.

Das Resort liegt in der aufstrebenden Tourismuszone "Al Hamra Village" mit einer Reihe größerer Hotels - wie beispielsweise dem neuen "Waldorf-Astoria" (siehe unten). Etwas ganz anderes bietet im Gegensatz dazu das zweite Hotel der Kette in Ras al Khaimah. Das "Banyan Tree Al Wadi" liegt nur rund 15 Kilometer von der Küste entfernt, befindet sich aber bereits mitten in der Wüste. Das Hotel zählt zu den beliebtesten Häusern in Ras al Khaimah und besteht nur aus Pool-Villas. Trotz allen Komforts befindet man sich hier inmitten der Natur und merkt, dass die Wüste tatsächlich lebt: Neben der spärlichen Vegetation mit Ghaf-Bäumen lassen sich auch Tiere wie beispielsweise Gazellen blicken.

Eine Pool Villa mitten in der Wüste.

Wer sich nicht einfach in der Ruhe der Wüste entspannen will, kann beispielsweise reiten - auf Pferden oder Kamelen. Aber auch die Falknern lassen sich bei der Arbeit zusehen und die nahegelegenen Hajar-Berge laden zu Ausflügen ein. Wer genug von Wüste hat, kann den Strand des Schwesterhotels "Banyan Tree Ras Al Khaimah Beach" nutzen.

Das "Al Wadi" verfügt über mehrere Restaurants und Bars. Auf Wunsch werden auch Barbeques oder romantische Diners im Safran-Turm organisiert. Besonders stimmungsvoll ist auch die "Moon Bar".

Stimmung pur: "Moon Bar" im "Al Wadi".

Zurück in Strandnähe findet der komfortgewohnte Gast noch eine Reihe weiterer Hotels, so zum Beispiel das "Hilton Ras al Khaimah Resort & Spa". Im Gegensatz zu den beiden "Banyan Tree"-Hotels handelt es sich um ein großes Haus mit 475 Zimmern, davon 151 in luxuriösen Villen. Insgesamt mehr als 1,5 Kilometer Strand stehen den Gästen zur Verfügung. Die Wasserlandschaft ist eine der größten in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Insgesamt 13 Restaurants und Bars verwöhnen den Gaumen - insbesondere die vier Spezialitätenrestaurants. Ein Spa mit neun Behandlungsräumen und zwei Hammams sowie Whirlpool und Sauna laden ein, neue Kräfte zu sammeln. Und auch für die Kinder ist gesorgt: Ein Kids' Club mit ausführlichem Unterhaltungsprogramm ermöglicht auch den Eltern eine gelegentliche Ruhepause. Und für sportlich aktive Gäste hält der Beach Club allerhand Wassersportarten bereit. Ein Fitnesscenter hält 24 Stunden pro Tag offen.

Großzügige Pool- und Wasserlandschaften wurden rund um das "Hilton" angelegt.

Die Zimmer sind auf das Haupthaus und die Villen, von denen die meisten parallel zum Strand angelegt sind, verteilt. Von 40 Quadratmeter großen Guest Rooms bis hin zur Royal Suite mit 227 Quadratmetern gibt es 16 verschiedene Zimmerkategorien. Allen Zimmern gemeinsam ist die Kombination aus arabischen und modernen Elementen.

Das 2009 eröffnete Resort spricht also auch Familien mit Kindern an, die Wert auf Unterhaltung gepaart mit Luxus suchen. Dass man bei diesem Hotel wahrscheinlich nicht viel falsch machen kann, bezeugt der "TripAdvisor Certificate of Excellence Award", den das "Hilton Ras al Khaimah Resort & Spa" im Jahr 2012 erhalten hat.

Nicht weit zum Strand haben es Gäste, die in den Villen wohnen.

Die arabische Hotelkette Rotana ist in Ras al Khaimah ebenfalls mit einer interessanten Anlage vertreten. "The Cove Rotana Resort" ist rund um eine kleine künstliche Lagune bzw. Bucht (daher auch der Name "Cove") angelegt. Die zweistöckigen Wohngebäude und Villen erinnern in der Gesamtkonzeption an ein arabisches Fort - durch die Kombination mit der Wasserlandschaft sehr reizvoll!

Das Hotel liegt direkt an einem 600 Meter langen, privaten Strandabschnitt und verfügt über zwei Swimmingpools. Auch in diesem Hotel stehen Beach Club, Fitness Center und Kinderbetreuung im "Flipper's Kids' Club" zur Verfügung.

 

Interessante Anlage: Das "Cave Rotana" wurde an eine Lagune gebaut.

Die Gäste wohnen entweder in einem der 204 Zimmer oder in einer der 79 Villen. Letztere besitzen eine Terrasse und einen kleinen Garten und - in der größeren Variante - auch ein "Plunge Pool". Das Design der Zimmer hat einen nubischen Touch, die Ausstattung ist so, wie man sie sich von einem Fünf-Sterne-Haus erwartet.

Insgesamt sechs Restaurants und Bars - vom eleganten "Basilico" bis zur lässigen Beach Bar namens "Brechers" sollte hier für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Die Villen im "Cave Rotana" bieten einiges an Komfort und schöne Ausblicke.

Bieten Häuser wie "Banyan Tree", "Rotana" und "Hilton" schon exzellente Angebote, soll die Vielfalt an Resorts in nächster Zeit noch erhöht werden. So wird unter anderem die Hilton-Gruppe im Januar 2014 ihr "Waldorf-Astoria Ras al Khaimah" eröffnen, das an einen riesigen arabischern Palast erinnert. Insgesamt 349 Zimmer und Suiten, 10 Restaurants und Bars, ein 600 Meter langer Privatstrand und diverse Annehmlichkeiten sollen hier einen luxuriösen Badeurlaub ermöglichen. Das "Waldorf-Astoria" entsteht in der Nähe des "Banyan Tree Ras Al Khaimah Beach" und ist unmittelbar dem "Al Hamra"-Golfplatz benachbart.

Das "Waldorf-Astoria" wird wohl so, wie man es sich von diesem Namen erwartet.

Wissenswertes

Wie kommt man nach Ras Al Khaimah? Obwohl das Emirat über einen kleinen Airport samt Flugline RAK Airways verfügt, liegen die Destinationen, die von dort im Linienbetrieb angeflogen werden, derzeit allesamt nicht in Europa. Das ist allerdings kein großes Problem, da der Flughafen Dubai mit seinen zahlreichen Verbindungen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz nur eine gute Stunde entfernt liegt.

Die beste Reisezeit ist von Oktober bis April - dazwischen kann es für Mitteleuropäer mit Tagestemperaturen von bis zu über 40 Grad außerhalb der klimatisierten Bereiche unangenehm heiß werden. Wer im Meer baden möchte, sollte im April bzw. im Oktober oder November - da liegen die Meerestemperaturen bei angenehmen 25 bis 30 Grad.

Fazit

Ras al Khaimah ist ein kleineres Emirat, das stark auf die Förderung des Tourismus setzt. Nicht so "hip" wie andere Emiratem ist es trotzdem bestens geeignet, wenn man ein paar Tage am Strand - vor der attraktiven Kulisse des mächtigen Hajar-Gebirges auf der einen und des arabischen Golfs auf der anderen Seite - relaxen möchte. Die Umgebung lädt zu interessanten Ausflügen ein und wem dann doch einmal nach urbaner Action zumute ist, dann kann man Dubai in knapp einer Stunde erreichen.


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