Verfasst am: 08.10.2012

Von:  Martin Metzenbauer

Die Hotels von Mr. Bond

James Bond legt sich im Auftrag des Geheimdienstes Ihrer Majestät seit 50 Jahren in die Betten erlesener Hotels.

Das Grand Hotel Pupp "spielte" die Rolle des fiktiven Hotels Splendide in "Casino Royale" (Fotos: Couples, Fountainebleau, The Peninsula Hotels, Cala di Volpe, Danieli, Grand Hotel Pupp).

Seit mittlerweile 50 Jahren kämpft Agent 007 gegen die Bösewichter auf diesem Planeten - von Dr. No bis Stavros Blofeld ist niemand vor James Bond sicher. Wer so ein spannendes und gefährliches Leben führt, hat es sich natürlich verdient, die Kampfpausen in erlesenen Hotels zu verbringen. Upper Deck Travel hat eine Reise zu den verschiedenen Häusern unternommen, in denen der bekannteste Doppel-Null-Agent des britischen Geheimdienstes zugegen war.

Vom ersten James-Bond-Film "Dr. No" an zieht sich eine Insel durch die Serie dieser Agentenfilme: Jamaica. Kein Wunder, hat doch 007-Autor Ian Fleming auf dem schönen Karibik-Eiland gelebt. Auch eine der überhaupt legendärsten Szenen, als Ursula Andress muschelsuchend im weißen Bikini aus dem Meer steigt, wurde auf Jamaica - genauer gesagt in Ocho Rios am Laughing Waters Beach - gedreht.

Das "Couples Sans Souci" war bei "Dr. No" nicht nur Crewhotel, sondern auch Drehort. So ist beispielsweise der Bungalow, in dem Mr. Bond von einer gewissen Miss Taro empfangen wird, Teil des Resorts.

Im Couples Sans Souci wurden Teile des ersten James-Bond-Films gedreht (Foto: Couples).

Seit dem Dreh vor 50 Jahren hat sich natürlich viel verändert. Das Resort mit seinen 150 Suiten gilt aber immer noch als eines der besten Häuser auf der Insel.

Eine ganz andere Art von Hotel hat 007 im Jahr 1964 besucht, als er gegen Mr. Goldfinger im gleichnamigen Film kämpfte. Das "Fontainebleau" in Miami Beach hatte als riesiges, modernes, urban-elegantes Strandhotel seinen ersten großen Auftritt gleich nach den Eröffnungscredits des Films.

Das "Fountainebleau" in den 1960er-Jahren...

Das Haus wurde von Morris Lapidus entworfen und 1954 eröffnet. Mittlerweile gilt das in einem Viertelkreis geschwungene Hotel als eines der bedeutendsten Gebäude in Florida und wurde auch in das National Register of Historic Places in den USA aufgenommen.

Nach mehreren Renovierungen, Umbauten und Erweiterungen verfügt das "Fontainebleau" über mehr als 1.500 Zimmer. Der elegante Stil der 1950er und 1960er Jahre ist dem Hotel dabei nicht verlorengegangen.

...und heute.

Eine ähnlich bekannte Landmark wie das "Fountainebleau" in Miami Beach stellt das "Las Vegas Hotel" dar. Unter den Namen "International" und später "Las Vegas Hilton" war es seit der Eröffnung im Jahre 1969 eines der bekanntesten und größten Häuser in der amerikanischen Spielermetropole. Seit 2012 trägt es den neuen Namen, nachdem es die Hilton-Gruppe verlassen hat.

Im Film "Diamantenfieber" fungierte das abermals größte Hotel der Welt allerdings zweckentfremdet als "Whyte House" - dem Firmensitz eines gewissen William Whyte, der allerdings von Bond-Bösewicht Stavros Blofeld gefangen gehalten wird.

Das Hotel wurde von Las-Vegas-Architekt Martin Stern, Jr. entworfen und 1975 sowie 1978 durch zwei weitere Türme erweitert. Heute beherbergt es mehr als 2.900 Zimmer, rangiert damit heute aber nur noch auf Rang 14 der größten Hotels der Stadt. Der übliche Las-Vegas-Luxus samt Casino sind selbstverständlich.

Das "Las Vegas Hotel" - bei Mr. Bond als "Whyte House" bekannt.

Als ehemalige britische Kronkolonie war natürlich auch Hong Kong Arbeitsbereich von 007. In "Der Mann mit dem goldenen Colt" besuchte er "The Peninsula". Das Luxushotel zählt mit seiner knapp 85-jährigen Geschichte nach wie vor zu den besten Häusern weltweit.

Eines der Markenzeichen ist eine Flotte von 14 grünen Rolls Royce Phantom, welche die erlauchte Klientel chauffiert - auch 007 machte damit im Jahr 1974 damit Bekanntschaft. Seit kurzem sind zwei Mini Clubman zur Phantom-Flotte dazugestoßen.

Zwei Minis ergänzen die Rolls-Royce-Flotte des "The Peninsula". Mr. Bond hätte wohl auch mit diesen Stadtflitzern seine Freude gehabt!

Ende der 1970er Jahre war James Bond des öfteren in Italien am Werke. Einen Auftritt hatte dabei in "Der Spion der mich liebte" das "Cala di Volpe" an der Costa Smeralda auf Sardinien. In den 1960er Jahren von Aga Khan erbaut, ist es eines der bekanntesten Jetset-Hotels der italienischen Insel. Im Stil eines Dorfes wurde das Hotel mit knapp mehr als 100 Zimmern rund um einen kleinen Hafen gebaut. Neben James Bond waren Celebrities wie George Clooney oder Carla Bruni zu Gast.

Das Resort "Cala di Volpe" wurde im Stil eines italienischen Dorfes errichtet.

Im Jahr 1979 zog es James Bond erneut nach Italien. In "Moonraker" war der britische Geheimagent in Venedig unterwegs - legendär ist die Fahrt mit der in ein Luftkissenfahrzeug verwandelten Gondel über den Markusplatz. Gleich nebenan, im Hotel "Danieli", kommt 007 in der Dogensuite einer CIA-Agentin näher. Die Suite wurde erst kürzlich renoviert - der Preis für eine Übernachtung beginnt bei knapp 10.000 Euro.

Das Hotel Danieli - eine der ersten Adressen in Venedig.

Viele Jahre später kehrte James Bond in die Lagunenstadt zurück. Diesmal diente allerdings das Hotel "Cipriani" in "Casino Royale" als schöne Kulisse.

Die Liste an James-Bond-Hotels ließe sich noch lang weiterführen. So hatten das Hamburger Hotel "Atlantic", das "Palacio" in Estoril oder das "Grand Hotel Pupp" in Karlsbad Statistenrollen in James-Bond-Filmen. Letzteres erhielt in seinem Auftritt in "Casino Royale" allerdings als fiktives Hotel den Namen "Splendide" und war auch nicht in Tschechien sondern in Montenegro angesiedelt.

Und ganz egal, wie der neue 007-Film "Skyfall" aufgenommen wird - für Reisende wird sich hier sicherlich wieder die eine oder andere interessante Destination mit den entsprechenden luxuriösen Hotels finden.


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